Ausrüstung für den Sarek

Zum Thema Ausrüstung findest du hier einige Hinweise. Unsere Erfahrungen können dir möglicherweise weiterhelfen.

Zelt

Dein Heim und Hort, der dich schützen soll, wenn draußen der Bär steppt. Du solltest unbedingt ein sturmtaugliches, standfestes und wasserdichtes Zelt mitnehmen, denn das Wetter im Sarek ist selten berechenbar und der nächste Regen garantiert. Was auch schon zu einem weiteren Punkt führt, der Belüftung. Da du garantiert nass werden wirst, staut sich im Zelt sehr viel Nässe. Greife auf ein Zelt mit guter Belüftung zu. Letztendlich musst du deine Behausung mehrere Tage tragen und dies obendrein unter erschwerten äußeren Bedingungen. Deshalb ist das Gewicht des Zelts ein wichtiger Parameter für dein Gesamtgepräck.

Schlafsack

Im Sarek kannst du nachts durchaus Temperaturen nahe Null, außerhalb der Hauptsaison sicher auch darunter erwarten. Deshalb ist ein Schlafsack für diese Komfortzone unbedingt Pflicht. Gewicht und Packmaß spielen eben so eine große Rolle wie Verträglichkeit gegen Nässe. Am Lager lagen unsere Schlafsäcke meistens zum Lüften. Der sichere Transport in einem wasserdichten Packsack ist ebenfalls Pflicht.

Schuhe

Wir waren mit Leder unterwegs, weshalb wir ab Tag 2 große Mühe hatten, die Schuhe mal wieder trocken zu bekommen. Deshalb solltest du auf wasserabweisendes und/oder schnelltrocknendes Material zurückgreifen. Guten Grip sollte die Sohle haben, denn von Schlamm bis feuchten Steinoberflächen triffst du alles an. Ein Geröllschutz ist empfehlenswert, Gesteins- und Geröllfelder prägen den Sarek und manchmal kilometerweit die Tour. Die Schweden im Sarek trugen meist Lundhags, für die wir in unseren Breiten eher kaum Verwendung haben. Wer sich den teuren Spaß leisten kann und will, ist mit den Schuhen dieses Spezialisten bestens bedient. Zusätzlich empfehlen sich für die Rast, Flussquerungen und das Lager Gummischuhe, gemeinhin Crocs. Diese leichten "Hausschuhe" waren abends eine Wohltat, haben bei einer Rast das Trocknen der Wanderschuhe erleichtert und bei Flussquerungen verhindert, dass die Wanderschuhe ins Wasser mussten. Wir nutzen Crocs mit Riemen an der Ferse, so gehen die Schuhe während der Furt keine eigenen Wege.

Kleidung

Wind- und Regenschutz sind im Sarek Pflicht, weil du dich gegen Nässe und unangenehme kalte Winde schützen musst. Ein Poncho, der noch den Rucksack überdeckt, ist ideal als Ergänzung für verregnete Tage. Die Regenhose kann dir im eiskalten Wasser tieferer Flüsse die wichtigen Sekunden erkaufen, die du auf den Furten brauchst. Auch Gamaschen tragen dazu ihren Teil bei. Aus Gewichtsgründen sind leichte Kopfbedeckungen wir Bandanas eine gute Wahl. Sie können vielseitig verwendet werden, wiegen so gut wie nichts und sind im Handumdrehen trocken. Deine Hose sollte robust und vor allem eines, moskitosicher sein. Permanent ist die Hose dem Kontakt des Unterholz ausgesetzt, kleines kniehohes Weidengestrüpp. Dazu kommen kleine Kletterpassagen in den Geröllfeldern, die dem Stoff einiges abverlangen. Eine Imprägnierung mit Wachs macht Sinn. Oberbekleidung in mehreren Lagen empfiehlt sich besonders dann, wenn wechselndes Wetter mal nach Schutz und mal nach Abkühlung ruft. Leichte Midlayer aus Fleece können wunderbar mit dickeren Oberteilen kombiniert werden. Isolationsjacken mit Daune oder Primaloft tun gute Dienste. Denke an dein Backup, die trockene Kleidung für die Nacht! Nutze jede Gelegenheit, um feuchte Kleidung aufzuhängen und zu trocknen. Dies wurde für uns bei jeder Rast und jedem Lager zur Pflichtaufgabe.

Als eines der billigsten und doch wichtigsten Gadgets haben sich Moskitohüte im Wert von zwei Euro herausgestellt. Sie nehmen keinen Platz weg, wiegen nichts und haben uns drei Tage lang effizient vor den Mückenschwärmen geschützt.

Rucksack

Ein Rucksack von uns hatte ein Volumen von nur 55 Litern. Und doch hatte der Träger mehr Gewicht am Mann als der mit einem 90 Liter Rucksack. Strapazierfähig muss er sein und einen Regenschutz sollte er haben. Der Transport einer leicht greifbaren Trinkflasche ist goldwert. Da undurchdringliche Wälder nur in den tieferen Täler wie dem Rapadalen warten, kann sperriges Equipment, wie zum Beispiel das Zelt, problemlos außen am Rucksack befestigt werden.

Kocher

Da im Sarek teilweise mit Temperaturen um den Nullpunkt zu rechnen ist, sollte ein Brenner mit ausreichend Energieleistung mitgeführt werden. Spezielle Gasgemische können den Unterschied zu einer warmen Mahlzeit ausmachen.

Sonstiges

Moskitoschutz für freiliegende Körperflächen; ein Kompass zur Orientierung; eine Papierkarte, falls du elektronisch navigierst; Paracord zum Befestigen oder Sichern von Ausrüstung am Rucksack(vermeidet Verlust); Hygienetücher zur Körperpflege; Trekkingstöcke zur besseren Gewichtsverlagerung und vor allem als Hilfe bei schwierigen Furten; Kopflampe, auch wenn die Nächte eher kurz sind; auf Wasserfilter haben wir bewusst verzichtet, eine Standardapotheke zur Wundversorgung, Schmerzmittel, Mittel gegen Durchfall und Magenprobleme, Medizin nach eigenem Bedarf.

Nahrung

Wir haben für jeden ca. 4.000 kcal je Tag mitgeführt. In Anbetracht der zu erwartenden Strapazen und psychischen Belastung hat unser "Quartiermeister" einen Schlemmertag eingeplant, an dem es eine höhere Ration mit sehr süßen Leibspeisen gab. Das hebt die Moral ungemein. Abwechslung ist Pflicht, deshalb wurden Tagesrationen vorab verpackt, um nicht Essen nach Wahl zu ermöglichen. Mitgeführt haben wir Babybrei mit Eiweißpulver und Trockenfrüchten, Nüsse zum Knabbern, Tütennudeln der bekannten Hersteller, als Süßspeise ohne Milch bieten sich die Puddings von Komet an, Flapjacks und Oatsnacks so wie Müsliriegel für zwischendurch, Eiweißriegel und Energieriegel und natürlich hochwertige Schokolade als Nervennahrung und Energieträger. Abwechslung in der Ernährung macht den Trekkingmeister! Tee und Kaffee ergänzen die Ernährung. Mineralstofftabletten wandern ab und an ins Trinkwasser.