• Der Wilhelmsblick bei Treseburg
  • Blick vom Carlshausturm
  • Unterwegs im Oberharzer Wasserregal
  • Abenteuer an der Luppbode
  • Almfelling bei Wildemann
  • Abstieg zum Netzkater
  • Abenteuer    findest du überall

  • Starke Aussichten für die Mutigen

  • Finstere Wälder locken Entdecker

  • Erobere die wilden Täler

  • Bezwinge das Tier in Dir

  • Entdecke den Harz gemeinsam

Von Teichen und Ruinen

Vom Bremer Teich

Sofort von der Arbeit aus ging es los. Direkt auf dem Parkplatz des Harz-Camp Bremer Teich für 1€ geparkt, startete ich für die Wegaufzeichnung die komoot-App. Und wie erwartet hab ich die gute Dame aus ihrem Schönheitsschlaf gerissen. Völlig benommen drehte sie sich mehrfach im Kreis und wollte mich in alle Himmelsrichtungen gleichzeitig schicken. Wer also mit komoot wandert, sollte sich zuvor die Route in Ruhe anschauen und ihr den ersten Kaffee gönnen.

Harzer Bergwald Tourendetails:

 

Startpunkt: Parkplatz des Harz-Camp Bremer Teich(kostenpflichtig)

Länge: 12 Kilometer

Stempel Harzer Wandernadel: 184, 189, 190, 196

Download: GPX-Datei

Der Campingplatz ist mit den vielen Wohnwagen recht vollgestellt. Nicht verwunderlich bei diesem kleinen Idyll. Alles ist sehr ruhig, aufgeräumt und liebevoll eingefasst. Dort hindurchgeschlendert visierte ich auch schon meinen ersten Stempel, die Nr.196 am anderen Ende des Teiches, für heute an. Von hier nehme ich den Bärweg. Einem breiten Wanderweg, der in nur wenigen hundert Metern schon den zweiten Stempel, die Nr.184, bereithält. Das Bärendenkmal ist meiner Meinung nach wenig spektakulär.

Über Ferienruinen

Die Große Teufelsmuehle bei Friedrichsbrunn

Interessant wird es für mich nach einem kurzen Schlänker über den Fürstenweg, wo der Bärweg dann fast schnurgerade bergauf, an der kleinen Teufelsmühle vorbei, zur Viktorshöhe führt. Den Ruinen der einstigen Bertriebsferienheim der Draht- und Seilwerke Rothenburg. Ein seltsam schöner Anblick. Brandspuren, Türen und Fenster aus den Angeln, Tapetenfetzen, Kamingerippe. Die Anlage wird langsam von Bäumen und Büschen überwuchert und lässt nur noch erahnen, dass hier einmal Urlaub gemacht wurde.

Auch Trauriges hat sich hier zugetragen, wie ich aus einen Volksstimme-Artikel erfuhr. So hat ein Hamburger Wanderer hier menschliche Überreste gefunden, die wiederum einem Hulk Hogan Double zugeordnet werden konnten.

Zu steinernen Wollsäcken

Von hier ging es weiter zu den Teufelsmühlen. Die kleine und die große Teufelsmühle, vom Teufel höchstpersönlich gebaut und wieder abgerissen, da er, der Sage nach, seinen Pakt mit einem gerissenen Müller nicht einhalten konnte. Dieser hatte dem Teufel Leib und Seele verschrieben, sollte der Teufel die Mühle noch vor Sonnenaufgang fertigstellen. Der Leibhaftige baute eine riesige, die Zeit überdauernde Windmühle, führte den Müller noch vor Sonnenaufgang zu seinem Werk und war sich dessen Seele sicher. Doch dieser bestand darauf das ein wichtiger Stein fehlte und so stritten sie hin und her und als der Höllenfürst nun endlich diesen Stein nahm und ihn einsetzen wollte schickte die Sonne ihre ersten Strahlen übers Land und die Seele des Müllers war gerettet. Vor Wut kochend zerstörte der Meister sein Werk und so liegen die Felsbrocken verteilt über den Gipfel des Ramberg. Sie gelten heute als Flächendenkmal. Granitgestein, moosbewachsene Felsbrocken. Die Sonnenstrahlen zeigen auf die große Mühle. Dieser mystische Anblick ist zurecht einen Stempel der Harzer Wandernadel Wert, die Nr.189. An diesem Gestein ist die sogenannte Wollsack- oder Matratzenverwitterung gut zu erkennen. Es sieht tatsächlich so aus als wären lauter Säcke gestapelt. Und mit dem Lichtspiel ist es unheimlich schön hier.

Von Waldelfen, seltsamen Schildern und gefallenen Groschen

Nachdem ich mich endlich sattgesehen hatte ging es bergab zum Bergrat-Müller-Teich. Entlang eines Loipensystems, wie ich feststellte. Und ebenso dem Radwanderweg R5. Unterwegs genoss ich die Schönheit und den Duft des Waldes nach feuchter, modriger Erde, Moos und Pilzen. Pilzen, welchen Pilzen denn bitte?! Ein paar winzige Korallenpilze, auch Ziegenbärte genannt, hab ich gesehen aber Chamignons, Steinpilze oder wenigstens einen Fliegenpilz... nichts, rein gar nichts!
Eben ärgere ich mich noch, dass ich sie zwar riechen aber nicht sehen kann, da leuchtet mich ein riesiger, knallroter Pilz an. Einfachso. Ganz allein. Feuerrot. Nur für mich! Damit ich nicht so traurig bin. Vielen lieben Dank an dieser Stelle der freundlichen Waldelfe! Ich schoss einige Fotos, wie schon soviele auf dieser Tour und ließ ihn stehen.

Zurück auf der Strecke ließ mich ein eigenwilliges Verkehrsschild schmunzeln. "Vorsicht gefährliche Kurve! Anfänger bitte Abschnallen!" Es brauchte einen Groschen bis ich die Verbindung zu den Skifahrern hergestellt hatte. Der Weg ließ sich sehr leicht laufen und so träumte ich vor mich hin und fand tatsächlich noch den ein oder anderen Pilz. Nur keinen den ich kannte.

Vom Bergrat-Müller-Teich zur Burgruine

Bremer Teich bei GernrodeNach einer kleinen Weile konnte ich Wasser zwischen den Bäumen erkennen. Ich war am Bergrat-Müller-Teich, der Stempelstelle Nr.190, angekommen. Hier setzte ich mich ans Ufer und machte kurz Rast und bekam auch gleich Gesellschaft von zwei neugierigen, jungen Enten.
Der dazugehörige Rastplatz ist sehr schön. Eine große Wiese mit einer geräumigen Hütte, Tisch und Bänken davor und einer kleinen Feuerstelle. Das ganze wird bewacht von einer... ach, das schaut euch doch mal selbst an!

An der Weggabelung entschied ich mich, mir noch die Ruinen der Erichsburg anzuschauen. Der Wanderweg führt hier über eine ordentliche Schotterstraße. Links am Wegrand weist ein hölzernes Schild auf den Rastplatz Erichsburg hin. Dort beginnt auch der Waldweg zur Ruine selbst. Es ist wirklich nicht mehr viel übrig von der einstigen Zoll- und Schutzburg der Herren von Gatersleben und Raubritterburg der Grafen von Stollberg. Was hier wohl für Kämpfe stattfanden?

Und heimwärts vorbei an einem ganz anderem Stempel

Von hieraus machte ich mich wieder auf den Heimweg, am Bergrat-Müller-Teich vorbei, über die Rambergstraße, in Richtung Bremer Teich. Den ganzen Weg säumten Grenzsteine der damals ansässigen Grafen, Hinweisschilder zu den verschiedenen Wanderwegen und ein weiterer Stempel. Seltsam, der sieht so ganz anders aus. Stempelstelle R5. Achja, da war ja noch was! Der Radwanderweg R5. Ach guck, da gibt's das also auch für die Wanderer auf Drahteseln.

Etwas geschafft aber glücklich wieder am Parkplatz Bremer Teich angekommen, bereiteten ein paar junge Männer den kommenden Abend vor. Es roch nach gegrilltem und irgendwo schienen ein paar Leute Volleyball zu spielen. Es ist lebendiger als noch am frühen Nachmittag, ganz anders als ich.

 

Die Komoot-Karte zur Tour:

 

 

 

Tags: Bis 15 Kilometer Ostharz Talsperre Gernrode