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Unterwegs im Oberharzer Wasserregal

Der Westharz trumpft mit romantischen Wanderpfaden und Teichen auf

Eigentlich wollte ich hier nur fünf weitere Stempel auf dem Weg zum Harzer Steiger einsammeln, doch diese Tour entpuppte sich als ein absoluter Volltreffer und ging weit über meine Absichten und das Erwartete hinaus. Diese Tour im Südosten von Clausthal-Zellerfeld gehört definitiv zu den ganz besonderen, die wir für Harzer Bergwald unter die Lupe genommen haben. Zum einen sind es die vielen schönen Teiche und zum anderen die Pfade und tiefen Täler inmitten des Oberharzer Wasserregals, die der Wanderung eine bisher kaum erfahrene Athmosphäre verliehen. Da ich die Tour allein absolvierte, konnte ich die Eindrücke ohne jede Ablenkung aufsaugen und will sie euch heute gern vermitteln.

Harzer Bergwald Tourendetails:

 

Startpunkt: Parkplatz Ausfahrt B242 Polsterberg

Länge: 17 Kilometer

Stempel Harzer Wandernadel: 127, 128, 137, 138, 145

Download: GPX-Datei

Huttaler Graben bei Clausthal-Zellerfeld

Toller Einstand am Huttaler Graben

Ausgehend vom Parkplatz am Polsterberg stürzte ich mich direkt in Wald. Etwas verunsichert war ich schon, ob der Meldungen um abgesperrte Forste auf Grund von diversen Jagden. Auch bei Clausthal-Zellerfeld fand ich Absperrungen vor, die jedoch nur Holzfällarbeiten zum Grund hatten. Davon wollte ich mich dann doch nicht abhalten lassen. So traf ich schon nach wenigen Metern auf den Huttaler Graben. Ich kannte die Ingeneurskunst des Harzer Bergbaus bereits aus anderen Wanderungen, insbesondere aus der 7-Teiche-Tour. Doch diese Bauten übertrafen das Erlebte von der Staßberger Gegend noch einmal. Dass es sich bei der Querung des Tals um einen Damm handelte, bemerkte ich erst, als ich das Wasser unter mir am Damm hörte. Die frühe Startzeit zahlte sich bereits hier aus, als ich die Lichtbedingungen am Huttaler Graben bewundern durfte. Mit Sicherheit haben auch sie den Eindruck von dieser Ecke stark geprägt. Der Fotografie waren sie allemal zuträglich. Nach dem ich mich ausreichend an den Bedingungen am Graben sattgesehen hatte, zog ich weiter zu Schmidt's Denkmal. Um dort hin zu kommen, folgte ich dem Pfad am Schwarzenberger Graben entlang. Leider liegt im Dezember das Grün am Boden, doch auch so beeindruckte mich die Vielfalt an Farnen und Moosen. An Schmidt's Denkmal angekommen, stempelte ich den ersten von fünf Stempeln des Tages. Die Stempelstelle Nr.145 der Harzer Wandernadel ist eher unspektakulär, die Absicht des Denkmals ehrenhaft, die Umsetzung allerdings Geschmacksache. So ging es weiter ins Tal hinab auf den Huttalweg. Meine Vorliebe, schmale Pfade den Forstwegen vorzuziehen, brachte mir heftige Anstrengungen ein. Auf einem Abschnitt von etwas mehr als einem Kilometer musste ich fast 200 Höhenmeter nach unten überwinden. Auf dem feuchten Untergrund nicht immer ein leichtes Unterfangen. Dafür empfing mich im Tal der Alte Riefensbeek mit seinem Rauschen und hielt mich für die nächsten Meter in seinem Bann.

Spiel des Lichts rings ums Braunseck herum

Der Hexenstieg am Baerenbrucher TeichJetzt musste ich die verlorene Höhe wieder wettmachen und stieg zum Braunseck auf. Ich wählte den Umweg links an der Brandkuppe vorbei und nicht den direkten Weg über das Hagental. Die Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen. Zwar habe ich mir dadurch deutlich mehr Wegstrecke aufgebürdet, aber die Fotomotive waren es wert. Das Licht brach links durch den Wald und veranlasste mich zum halten und einer etwa 10-minütigen Fotosession. Ein paar Bilder brachten auch das gewünschte Ergebnis. Dann weiter zum Braunseck. Fleißig Stempel Nummer 2 des Tages eingesackt, die Nr.138 der Harzer Wandernadel. Auch dieser Platz ist außer einer Schutzhütte eher wenig beeindruckend. Ich nutzte ihn für meine erste Rast des Tages und vergesse danach doch glatt zum ersten Mal an diesem Tag meinen Stock. Das trägt mir einen Kilometer Extraweg ein, um ihn wieder zu holen. Doch keine Angst, die brumme ich euch im GPS-Track nicht mit auf! Der Pfad vom Braunseck zum Bärenbruchweg liefert mir dann den absoluten Höhepunkt des Tages. Er schlängelt sich durch den dichten Wald und endet in einer Lichtung. Als mein Blick nach links wandert, haut es mich fast um. Aus dem Boden steigt Dunst auf und wie der Wettergott das an diesem Tag für mich vorgesehen hat, stoßen genau dort Sonnenstrahlen durchs Geäst und zaubern Feenstaub in den Wald. Irgendwie bekomme ich genau dieses Licht im Bild gebannt und bin unendlich dankbar für diesen magischen Moment! Es ist eines der Fotos, denen man ewig hinterher rennt.

Wasser-Marsch!

Als nächstes begrüßt mich der Bärenbrucher Teich mit seiner spiegelglatten Oberfläche. Vor Ort entschließe ich mich, die geplante Route zu verlassen und suche mir "manuell" einen Pfad am Ufer entlang. Ich kann euch eins empfehlen, Decke einpacken und warmes Wetter abpassen. Der Teich kommt mit seinen dicht mit Bäumen bestandenen Ufern im Flair eines Waldsees daher. Am Rand des Damms steht eine Schutzhütte, die auch den Stempel Nr.137 der Harzer Wandernadel beherbergt. Hier lasse ich nach einer Fotosession das zweite Mal an diesem Tag meinen Stock stehen und muss wieder Extrameter zurücklegen.

Der Nassenwieser Teich bei Clausthal-ZellerfeldNach Überquerung des Damms biegt unser Weg auf einen schmalen Wurzelpfad am Teichufer ab. Kleine offene Bereich laden zu einem Blick ein, der an Omas Landschaftsbilder an der Wand erinnert. Einfach nur schön! Der Pfad führt weiter über den Damm des Unteren Nassenwieser Teichs, der trocken bzw versumpft da liegt. Auf dem Damm herrscht jedoch extreme Feuchtigkeit. Die meisten Gehölze tragen bis hoch in die Verzweigungen dicke Moospolster. Der Pfad verengt sich stellenweise zu einem Tunnel und ist hier richtig düster drückend. Sehr aufregend! Ich gehe weiter an einem Graben entlang wie zu Anfang meiner Wanderung. Dieser Graben führt mich zu einem nächsten Wow-Erlebnis. Als ich den Damm des Oberen Nassenwieser Teichs betrete, verschlägt es mir wieder mal die Sprache und das will schon etwas heißen! Das gegenüberliegende Ufer ist dicht gesäumt von Bäumen, die sich in der spiegelglatten Wasserfläche samt blauem Himmel widerspiegeln. Das hab ich doch schon mal gesehen. Ach ja, mein Traumland Schweden bietet solche Anblicke zuhauf. Wenn mir nächstes Mal das Herz vom Fernweh schwer wird, komme ich hier her und hole mir Trost.

Schon die nächsten Schritte in den Wald hinein legen mit bleibenden Eindrücken nach. Vor mir erstreckt sich ein Nadelurwald, wie ich ihn mir als Städter vorstelle. Bäume unterschiedlichsten Alters bilden ein abwechslungsreiches Panorama, zu meinen Füßen durch dicke Blaubeermatten gestützt. Ich habe es für euch in dem Panorama zu Anfang des Artikels festgehalten.

Bergbaukunst an der Huttaler Widerwaage

Der Pfad mündet in den Forstweg namens Kehrzug. Dieser führt mich zum Entensumpf, einem weiteren Teich. Auf Anraten meines Wanderkollegen Thomas Riekeberg umrunde ich den Teich auf der rechten Seite und besuche dort den Innerste-Sprung. Hier tritt die Innerste aus dem Berg und wird über einen kleinen Kanal in den Entensumpf geleitet. Von hier geht es weiter zur Huttaler Widerwaage, einer wasserwirtschaftlichen Bergbauanlage. Über die Wikipedia kann man sich über die Funktionsweise informieren. Das Areal der Widerwaage strömt eine ungeheuere Ruhe aus und bietet zahlreiche interessante Motive und Perspektiven für die Fotografie. Dort ist auch die Stempelstelle Nr.128 der Harzer Wandernadel zu finden. Mein Tag ist jetzt schon sehr lang und ich habe erst vier meiner fünf Stempel eingefahren. Also wieder zurück und nach ein paar hundert Metern nach rechts abgebogen auf einen Pfad zur Harzhochstraße. Diese überquere ich und lasse mich vom Roten Handschuh, einem Forstweg, zum Jägersbleeker Teich führen. Hier an der Weppner Hütte lache ich über den angebrachten Spruch zur Müllvermeidung. Das nenne ich mal kreativ! Noch eine kurze Pause für den letzten Stempel, die Nr.127 der Harzer Wandernadel, dann geht es zurück zum Auto über das Polsterberger Hubhaus.

Wandern wie ein Entdecker

Das Oberharzer Wasserregal zieht hier bei Clausthal-Zellerfeld alle Register. Wer es zu dem noch versteht, sich wann immer möglich von den Forstwegen, denn planierten Rennpisten, fernzuhalten, der wird sich an etlichen Abenteuern und Entdeckungen erfreuen können. Naturnahe Pfade durch teilweise Urwälder, stille Waldseen, rauschende Bäche und die allgegenwärtige Bergbaukunst rufen danach, von dir erkundet zu werden. Die etwa 17 Kilometer lange Runde fordert einiges an Ausdauer und an der ein oder anderen Stelle auch etwas Kraft, erwartet aber keine Spitzensportler zur Bezwingung. Die Stempler der Harzer Wandernadel kassieren hier gleich fünf Stempel auf einem unvergesslichen Track. Diese Tour gehört unbedingt in meine Top 3 der Wandertourenliste von Harzer-Bergwald.de.

 

Das Video zur Tour:

 

  

Die Komoot-Karte zur Tour:

 

 

 

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