Panoramawandern auf dem Karstwanderweg

Heute nehme ich euch mit auf eine Tour zu den südlichsten Zielen der Harzer Wandernadel. Auf unserem Programm stehen der Bauerngraben, die Queste und die Burgruine Questenberg. Diese Tour durch die Gipskarstlandschaft Questenberg bietet uns neben romantischen Aussichten auch eine geschichtliche Reise in die Vergangenheit.

Harzer Bergwald Tourendetails:

 

Startpunkt: Parkplatz am Bauerngraben

Länge: 13 Kilometer

Stempel Harzer Wandernadel: 212, 213

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Der Bauerngraben

Rudi am BauerngrabenZwischen Queste und Bauerngraben gibt es einen Parkplatz an der L234. Diesen nutzen wir als Start- und Zielpunkt unserer Wanderung. In westlicher Richtung folgen wir dem Karstwanderweg, den man dank des Schildes mit weißen K auf rotem Untergrund nicht verfehlen kann. Ein noch junger dichter Laubwald bietet die Kulisse für den Pfad, der sich wellig durch diesen schlängelt. Er windet sich den Hang hinunter, um sich mit einem etwas breiteren Weg zu vereinigen. Schon kurze Zeit später beginnt die Ausschilderung für den Rundweg um den Bauerngraben. Wir bewegen uns nach links und steigen den leichten Hügel empor, wo die Harzer Wandernadel ihre Stempelstelle Nr.213 angelegt hat. Dieser Stempel gehört für mich zu den absoluten Highlights, den Grund dafür werde ich euch noch zeigen. Auf dieser Wanderung begleitete mich Rudi, den ich gleich als neuen Stempeljünger werben konnte.

Nach dem Setzen des Stempels führt der Weg an der der Klippe des Bauerngrabens entlang. Bänke bieten ausgezeichnete Möglichkeiten, den Blick über die Kante in die Ferne schweifen zu lassen. Ein schmaler Pfad führt über eine Treppe hinab in eine Senke und gegenüberliegend wieder einen Hügel hinauf. Hier verlassen wir den Karstwanderweg nach rechts und folgen dem Rundweg um den Bauerngraben. Wieder erleichtert eine Treppe den Abstieg. Jetzt solltet ihr euch festhalten, denn nach wenigen Metern kommt mein erster Grund, der diese Stempelstelle so speziell macht. An der Kante zum Bauerngraben stehen zwei Eichen so günstig, dass sie den Blick auf den Bauerngraben so freigeben, als stünde man vor einem alten Wandgemälde! Auf dem Weg nach links öffnet sich dann der Wald und gibt zum ersten Mal den Blick auf das gesamte Becken des Bauerngrabens frei. Ein Panorama der ganz besonderen Art. Leider komme ich auch bei meinem vierten Besuch nicht in den Genuss, das Becken mit Wasser gefüllt zu bewundern. Rudis Idee zur Tourismusförderung sieht vor, die Bachschwinde anzustauen, um ganzjährig Wasser vorzuhalten. Wir lachen und gehen weiter. Denn nur wenige Meter entfernt wartet eine Raststelle, die nicht idealer liegen könnte. Unter einer majestätischen Eiche steht eine Bank und hier ist eine Vesper Pflicht! Wir genießen den Ausblick und erholen uns.

Auf dem Rückweg schwenken wir wieder auf den Karstwanderweg in Richtung Parkplatz, um die zweite Etappe unserer Wanderung in Angriff zu nehmen.

Die Queste

Unterwegs zur QuesteVom Parkplatz wendet sich unser Weg nach Osten der Queste entgegen. Die ersten Meter führen über Wiesen und bieten einen tollen Blick auf den Kyffhäuser. Dass dieser Anblick noch überboten werden kann, mag ich kaum glauben. Durch einen schmalen Weg, der sich durch Gehölze zwängt, geht es weiter. Wir durchqueren einen Wald und stehen vor dem nächsten kurzen, aber knackigen Anstieg. Auf der rechten Hangseite ist eine Trockenwiese, die man in der warmen Sonne förmlich riechen kann. Oben angekommen, steht mitten auf der Bergkuppe eine überdachte Bank für ein Picknick mit grandiosen Aussichten. Nach Süden bildet der vor uns liegende Wald die perfekte Einleitung für das Kyffhäuser Gebirge im Hintergrund. Nach Osten fällt der Blick ins Tal auf Questenberg und die Ausläufer des Südharz. Wie von jedem schönen Ort müssen wir uns auch von diesem einmal trennen. Es geht weiter über Wiesen und alte Obstplantagen. Kurz vor dem nächsten Wald kann ich noch immer den Bärlauch riechen, der bereits am welken ist. Wir treten in einen Buchenwald ein, der sich wenige Meter vor der Queste zu einem Dom über uns formt. Rudi geht weiter und ich schieße ein Foto nach dem anderen. Meine Rufe nach ihm werden durch die grüne Halle getragen. Der Wahnsinn! Auf dem Plateau der Queste angekommen, halten wir unsere Mittagspause ab. Rudi eröffnet kurzerhand sein Büro und hält ein Telefonat. Wer würde ihn nicht um diesen Arbeitsplatz beneiden? Dafür muss das Stempeln ausfallen. Stempelstelle Nr.212 hatte Besuch von Leuten, die entweder Stempelgummi sammeln oder einen sehr öden Alltag haben. Rudi darf zum ersten Mal erleben, wie man sich fühlt, wenn eine Stempelstelle sabotiert wird. Da wir bestes Wetter und noch einen Weg vor uns haben, ziehen wir trotzdem gut gelaunt weiter.

Die Ruine Questenberg

Wandern unter RiesenWir steigen direkt an der Queste hinab ins Dorf. Der Weg führt über Treppen vorbei an den Gletschertöpfen. An der St.Marien Kirche drehen wir in den Berg ein und müssen eine steile Kante bis zur Ruine hinauf. Oben angekommen, gönnen wir uns im Schatten der Bäume ein Pause zur Erfrischung. Wir besichtigen die Reste der Burg Questenberg, die ich bereits im ersten Teil des Reisekönigs vorstellte. Die unvergessenen Eindrücke der Dreharbeiten waren auch der Grund dafür, dass ich die Ruine unbedingt in die Tour einbeziehen wollte. Von der Ostkante der Ruine mache ich noch ein paar Fotos vom Dorf und der Queste auf dem gegenüberliegenden Berg. Auch hier müssen wir weiter, obwohl ein Bleiben schöner wäre. Die Tour hat jedoch noch ein paar weitere Eindrücke für uns parat gehalten.

Im Dorf biegen wir nach Osten ab. Unser kurzfristig geänderter Plan sieht vor, dass wir die Queste von Osten umgehen wollen und so einen neuen Weg begehen und nicht den Hinweg zurück nehmen müssen. Diese Entscheidung entpuppt sich als Glücksfall, als wir durch einen Hohlweg in den Wald vordringen. Drei riesige entwurzelte Buchen liegen quer über dem Weg und bilden ein Dach für uns. Erst als Rudi unter den Bäumen hinweg geht, wird mir klar, wie riesig sie sind. Ein fantastisches Fotomotiv! Wir kehren hinter der Queste auf den Karstwanderweg zurück, den wir nun nach Westen zum Parkplatz zurück nehmen. Wir überqueren noch einmal den Hügel mit beidseitiger Panoramasicht, müssen noch durch einen Wald und sind schon bald am Ziel.

Fazit

Diese wunderschöne Tour ist ein Highlight im Südharz. Die Panoramen des Bauerngraben und der Queste fesselten mich ungemein. In den Resten der Ruinen der Questenburg bekommt man ein Gefühl für die Geschichte dieser Region. Die Tour ist nicht unbedingt als einfach zu bezeichnen, ist jedoch auch keine unbezwingbare Wanderroute. Ein paar Anstiege fordern ihren Tribut, doch zwei Stempel der besonderen Art versüßen den Triumpf. 13 Kilometer auf dem Karstwanderweg warten darauf, von euch entdeckt zu werden!

 

Die Komoot-Karte zur Tour:

 

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