Der Karstwanderweg

Der KarstwanderwegAuf über 230 Kilometern Länge führt der Karstwanderweg am Südrand des Harzes durch drei Bundesländer. Von Pölsfeld in Sachsen-Anhalt bis Förste in Niedersachsen leitet ein weißes "K" auf rotem Grund sicher jeden Schritt des Wanderers. Wegen seiner Flächenausdehnung kann man den Karstwanderweg im Westen wahlweise zwei Wegen laufen. Der Karstwanderweg wird vom Deutschen Wandervand neben dem Harzer Hexenstieg als zweiter Qualitätswanderweg im Harz geführt.
 
Merkmal des Karstwanderwegs sind die Karstlandschaften im südlichen Harz. Besonders treten diese in den Bereichen Bad Sachsa und Questenberg zu Tage. Der Sachsenstein oder die Queste sind bekannte Wahrzeichen der Karstlandschaften. Neben diesen Merkmalen prägen Bergbau und Streuobstwiesen viele Abschnitte des Weges.
 
Harzer Bergwald möchte diesen Wanderweg auf ausgewählten Etappen vorstellen und Anregungen für Touren bieten. Da es sich in der Regel nicht um Rundtouren handelt, bieten wir in unseren Berichten ausführliche Hinweise zur An- und Abreise und zur Übernachtung an. Ein Ausflugmit Freunden auf den Karstwanderweg bietet euch die Möglichkeit, jeweils ein fahrzeug am Ziel der Etappe abzustellen und so An- und Abreise in Eigenorganisation zu gestalten.
 
Noch mehr Informationen findet ihr auf der Internetseite des Karstwanderwegs.
 
Zeichen des Karstwanderwegs

Etappen des Karstwanderwegs

Von Barbis nach Steina

Karstwanderweg: Barbis bis Steina

Diese Etappe des Karstwanderwegs führt von Barbis nach Steina. Sie ist ein Tourentwurf unseres Wanderfreundes Horst Müller, der diese Region seine Wanderheimat nennen darf. Als großer Bewunderer der Bergbautradition hat er die Königshütte in Bad Lauterberg in die Tour eingebunden, an der der Karstwanderweg sonst vorbei führt. Im Nachhinein muss man sagen, er hat damit DAS Highlight schlechthin geschaffen. Die Länge der Tour liegt mit rund 12 Kilometern im einsteigerfreundlichen Bereich. Auch die Höhenmeter sind sehr moderat. Den Untergrund kann man über weite Strecken ebenfalls als sehr angenehm bezeichnen. Etwas gewöhnungsbedürftig war für uns der Verlauf des Weges durch die Ortschaft Barbis. Wenn wir im Harz wandern gehen, spielen Dörfer und Städte nicht so häufig eine Rolle. Bei Themenwanderwegen verhält es sich etwas anders, da auch Geschichte und Architektur mit eingebunden werden.

Harzer Bergwald Tourendetails:

Start: Kreuzung Barbiser Straße - Oderfelder Straße

Streckenlänge: 12 Kilometer

Streckenverlauf: Barbis, Bad Lauterberg, Steina

Sehenswürdigkeiten: Industriedenkmal Königshütte, Glasmuseum Steina, Katharinen-Kirche Steina

Infos zu Bus und Bahn: Deutsche Bahn, VSN Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen

Download: GPX-Datei

Tausche Asphalt gegen Waldboden

Die Odertalbrücke bei Bad LauterbergUnser Startplatz ist der kostenlose Parkplatz in der Schützenstraße von Barbis. Wer über den ÖPNV in die Etappe einsteigen will, der kann beispielsweise den Bahnhof in Barbis nutzen, der ca. 300 Meter südlich des Startpunkts liegt. Geht ihr mit Wanderfreunden, dann stellt doch einen PKW am Zielort in Steina ab.

Entlang der Oderfelder Straße führt der Weg über ca. 1 Kilometer mitten durch den Ort. Auf unseren Rundtouren und Tagestouren durch den Harz passiert das eher selten. Aber wir wollen uns unbedingt an das Original halten. Am Förstersteg biegen wir nach rechts ab und folgen einem Graben bis zum Wehr unterhalb der Odertalbrücke. Unter der riesigen Brückenkonstruktion fühlen wir uns wie kleine Ameisen. Und doch wirkt sie nicht einschüchternd. Ein paar Blicke auf die angestaute Wasserfläche und wir folgen jetzt dem Lauf der Oder flussaufwärts. Teilweise schlängelt sich der Warstwanderweg an schmalen Klippen entlang. Hier ist Trittsicherheit und ein waches Auge gefragt. Fehler könnten mit einem Sturz und einem Bad im kalten Wasser des Harzflusses bestraft werden. Wir passieren die Emma-Quelle, deren Wasser hier in die Oder fließt.

Die Königshütte - das Tourhighlight

Das Eisenmagazin der Königshütte in Bad LauterbergIm Ortsteil Koldung verlassen wir für wenige Meter den Karstwanderweg. Horst hat eine ganz besondere Überraschung für uns geplant. Direkt neben einer Brücke, die über die Oder führt, befindet sich eine unscheinbare Tür in einem Zaun. Wie öffnen sie und folgen dem Weg. Die im 19.Jahrhundert erbaute Getreidemühle begrüßt uns als erstes Gebäude des Areals der Königshütte. Es schließt sich das Probier- und Backhaus aus dem 18.Jahrhundert an. In etwas Abstand steht eines der Wohnhäuser für die Hüttenbeamten. Ein Staunen provoziert der erste Anblick des Eisenmagazins im neoklassizistischen Baustil. Sein Portal mit gußeisernen Säulen verleiht dem Gebäude ein Aussehen, das man hier nicht zwingend erwartet hätte. Auch der Brunnen lässt das Herz springen. Heute strahlt die Sonne, ihr Licht bricht sich in den Tropfen und wir machen unzählige Fotos von diesem schönen Ort. Beim zweiten Hinschauen fallen uns Forellen auf, die im Brunnenwasser ihre Runde ziehen. Nur schwer können wir uns lösen. Aber wir haben noch etwas Wegstrecke vor uns.

Harzer Bergwald Tipp zur Königshütte

Auf der Internetseite der Königshütte findet ihr Hintergründe, Termine, Öffnungszeiten und viele weitere interessante Informationen.

Wandern im Harzer Aussichtsreich

Wir steigen seitlich vom Butterberg hinauf. Ein Blick zurück auf Bad Lauterberg lohnt sich. Der Bismarckturm und der Hausberg sind zu sehen. Wieder eine Chance auf geniale Bilder. Doch es soll noch besser kommen. Nach dem Überqueren der Straße öffnet sich das Land kilometerweit bis ins Eichsfeld. Hügel um Hügel ziert den Horizont. Es geht wieder hinab in ein schmales Tal mit weit gestreckten Wiesen. Ein "Hochstand" erinnert uns stark an unser "Kassenhäuschen" bei Morungen und wir haben unseren Spaß dabei. Wir schwenken wieder in den Hang und werden mit einer Wintersonne belohnt, die sich ihren Weg durch die Bäume bricht. Noch ein paar Meter und wir erreichen den Eulenstein, ein altes Korallenriff. Auf diesen Hügeln verläuft auch die Elbe/Weser Wasserscheide. Alle westlichen Wasser fließen irgendwann über die Weser in die Nordsee ab, die östliche Richtung wird über Saale und Elbe abgeleitet.

Harzer Bergwald Tipp zum Eulenstein

Auf der Seite des Karstwanderwegs findet ihr Details zum Ursprung des Eulensteins

Traumhafte Aussicht vom Karstwanderweg auf das Eichsfeld im SüdenDer Weg führt weiter am Waldrand entlang, so dass wir noch lange über die großartige Fernsicht schwärmen können. Alte Bäume säumen den Rand, irgendwann gelangen wir an eine Schutzhütte, die förmlich schreit "hier bleiben"! Und so tun wir ihr nicht ganz uneigennützig den Gefallen. Bei einer Vesper mit dieser Aussicht gerät auch der größte Alltagsstress in Vergessenheit. Für solche Eindrücke gehen wir jedes Wochenende in den Harz und wandern. Irgendwann müssen wir uns doch lösen und treten das letzte Teilstück nach Steina an. Noch ein paar Meter und das Gelände fällt steil hinab zum Steinaer Bach. Jetzt ist im dichten Laub am Boden höchste Trittsicherheit gefordert. Eine kurze Verschnaufpause vom Abstieg bietet die Schutzhütte "Sängergruß". Von uns hat aus Rücksicht auf seine Begleiter niemand Ambitionen, seine Sangeskünste zum Besten zu bringen. Also geht es weiter zum Steiner Bach. Unten angekommen, verweist eine Tafel auf fünf Bachschwinden im näheren Verlauf der Steina. Noch ein paar Meter durch den Ort und wir haben das Ziel der Etappe erreicht, die Katharinen-Kirche und das Glasmuseum. Eine Weiterreise von hier ist per Bus möglich. Der Name der Haltestelle ist "Steina Kirche".

Harzer Bergwald Tipp zum Glasmuseum in Steina

Die Öffnungszeiten des Museums und weitere Informationen entnehmt ihr bitte dieser Seite

Fazit

Die Oder, die Königshütte, traumhafte Aussichten ins Eichsfeld und Spuren alter Korallenriffe bilden den Rahmen für eine Etappe auf dem Karstwanderweg zwischen Barbis und Steina. 12 Kilometer mit 260 Höhenmetern lassen sich durch die Vielzahl von Rastmöglichkeiten und willkommenen Ablenkungen am Wegrand beinahe mühelos bewältigen. Um diese Etappe genießen zu können, empfehlen wir euch die Wanderung bei klarem Wetter zu planen. Das Fenster zum Eichsfeld steht euch dann weit offen und garantiert bleibende Eindrücke. 

 

Die Komoot-Karte zur Tour

 

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