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Der verborgene Schatz im Ostharz

Tief verborgen im Tal der Wipper liegt die Wippervorsperre. Unter den Anglern der Region ist sie ein sehr beliebtes Gewässer. Touristisch ist sie durch einen Rundwanderweg und seit 2009 durch den Harzer Naturistenstieg, den ersten offiziellen deutschen Nacktwanderweg, erschlossen. Man sollte auf der Rundwanderung also darauf vorbereitet sein, auf nackte Wanderer zu stoßen. Auf der rechten Talseite(Seitenzuordnung in Fließrichtung, heißt mit dem Rücken zur Staumauer stehend) finden sich zwei weitere attraktive Ziele. Oben auf dem Berg steht eine Schutzhütte an einem Teich, dem Silberborn. Sie ist die uns einzig bekannte Schutzhütte, die mit ihren Füßen im Wasser steht. Später mehr dazu. Im Tal flussabwärts hat das Forstamt Wippra ein weitläufiges Arboretum angelegt. Alles in allem bietet die Talsperre mit ihrer näheren Umgebung eine breite Facette von Freizeitmöglichkeiten.

Harzer Bergwald Tourendetails:

 

Startpunkt: Parkplatz an der Staumauer

Länge: 14 Kilometer

Stempel Harzer Wandernadel: 219

Download: GPX-Datei

Holprige Anfahrt

Wippra StaumauerUm zur Talsperre zu gelangen, muss man eine lange Talfahrt von Wippra ins Wippertal auf sich nehmen. Ab der ersten Brücke nimmt die Qualität des Weges dermaßen ab, dass die Fahrt zu einem Slalom um Schlaglöcher herum wird. Den Fuß sollte man behutsam auf dem Gaspedal bewegen, will man keine Schäden an Fahrwerk oder Karosse riskieren. Doch dieser Aufwand lohnt sich, denn schon auf der Anfahrt zeigt sich links das Wippertal in atemberaubender Schönheit. Der Fluss sucht sich naturbelassen seinen Weg durch die Flutwiesen und ist gesäumt von Weiden- und Erlengehölzen. Dieser Abschnitt ist besonders interessant für die Fliegenfischer unter den Anglern, die hier im Tal, in der als Flugangelstrecke ausgewiesenen Wipper, der Forelle nachstellen. An der Staumauer ist ein kostenfreier Parkplatz angelegt, an dem sich auch der Stempel Nr.219 der Harzer Wandernadel befindet. Die Staumauer ist nur saisonal begehbar, was man bei einem Besuch mit bedenken sollte. Der kurze knackige Anstieg hinauf zur Staumauer gibt einen herrlichen Blick frei auf die Mauer und den unteren Bereich des Stausees. Die Mauer ist durch einen Zaun vor unbefugtem Zugang geschützt. Zum besseren Verständnis für die weitere Beschreibung der Wanderung bitten wir zu bedenken, dass die Seitenbezeichnung an Flüßen immer in Fließrichtung erfolgt. Wir bewegen uns in der Blickrichtung zwar am rechten Ufer des Stausees entlang, korrekter Weise jedoch am linken Ufer des Flusses, bezieht man die Fließrichtung mit ein. Aus Rücksicht auf unterschiedliche Start- und Zugangspunkte zur Tour beziehen wir unsere Seitenangaben zu den Ufern immer auf die Fließrichtung, welche nach Wippra zeigt.

Wandern wie an Alaskas Stränden

Zum Zeitpunkt des Besuchs war die Talsperre zum Teil abgelassen und hat so einige sonst verdeckte Uferbereiche freigegeben. Ungefähr auf halber Länge des Staus sind heute noch die Stümpfe der Bäume zu erkennen, die vor weit über 60 Jahren vor der Flutung gefällt wurden. Erster Schnee, die Nadelwaldsilhouette im Hintergrund und das kiesige und nur leicht abfallende Ufer lassen die Wanderung zu einem Ausflug an den Yukon River in Alaska werden. Die teilweise freigelegten Wurzeln der Stümpfe bieten unzählige Fotomotive aus jeder nur erdenklichen Perspektive. Wer auf diesen Anblick Wert legt, sollte unbedingt im späten Herbst bei niedrigem Wasserstand hier her kommen. Den Spinnanglern unter den Fischern sind die Stümpfe eine Warnung, sich den Angelplatz sehr gut auszuwählen, um Köderverluste bei normalem Wasserstand zu vermeiden. Auf dem weiteren Weg befindet sich auf einer Freifläche eine Bank und ein Bereich, der sehr gut geeignet ist, hier im Sommer die Ruhe des Sees und die Sonne zu genießen. Das Ende des Stausees hat sich weit in Richtung Tal zurückgezogen, so dass der Wasserlauf der Wipper wieder sichtbar wird. Von erhöhten Standorten kann man sich einen wunderbaren Überblick verschaffen. Im oberen Verlauf holt der Weg weit nach rechts aus, um die Flutwiese zu umgehen, die nur selten Wasser führt.

Aufstieg am Sumpf entlang in die Buchenwälder des Ostharzes

Wippra BuchenwaldAm Ende des ausgedehnten Flutbereichs der Wippervorsperre führt eine Brücke über den Fluss ans rechte Flußufer. Hier kreuzen wir den Harzer Naturistenstieg. Wir folgen jedoch nicht dem Talsperrenrundwanderweg, sondern steuern eines der schönsten Ziele des Tages an. Die ersten Meter winden sich am Hang entlang, zur Rechten erst der Schmiedebach, später der Brüxsumpfgraben. Auf der Bergkuppe öffnen sich die Buchenwälder, die man an vielen Orten des Ostharzes antrifft. Wenig bewirtschaftete Wege mitten durchs Unterholz verleihen der Wanderung einen abenteuerlichen Kick. Um diese Jahreszeit sollte man allerdings möglichst wasserdichte Schuhe tragen, denn der Boden ist tief und nass. So führen mehr als zwei Kilometer unserer Wanderung durch abwechslungsreiches Terrain, denn der Unterholzbewuchs ist hier und da etwas lichter oder ein Fichtenwald grenzt an. Wir passieren einen riesigen Baumstumpf, neben dem Reste des alten Stamms liegen, die möglicherweise einer mächtigen Eiche gehörten. Das letzte Stück des Naturpfads führt durch einen Fichtenwald hinunter zum Silberborn.

Pause auf der Seeterrasse

Wippra SilberbornDer Silberborn ist ein kleiner Teich am Fuße des Birkbergs. Er wird gespeist durch den Großen Saubach, der aus Richtung Rotha kommend in die Wipper fließt. An sich ist der Silberborn ein unspektakulärer, von Gehölz umrandeter, kleiner Teich. Doch im Dickicht versteckt sich die Attraktion schlechthin. Es ist die uns bisher einzig bekannte Schutzhütte im Harz, die teilweise im Wasser steht. Dadurch bekommt man das Gefühl, man würde auf einer Seeterrasse stehen. Bei unserem Besuch Ende November war der Teich leider zugefroren. Aber zu den bunten Jahreszeiten, Frühling, Sommer und Herbst macht dieser Teich mit seiner einzigartigen Schutzhütte sicher mächtig was her! Wer die Talsperre an der Wipper besucht, sollte unbedingt einen Abstecher an den Silberborn machen. Wir hoffen, dass wir euch später weitere schöne Fotos von diesem Ort liefern können. Wer die Tour verkürzen möchte, kann, dem Großen Saubach folgend, ins Tal zur Wipper hinab steigen. Wir tun das nicht, denn unsere Wanderung hat noch ein weiteres Highlight parat, auf das wir euch noch hinweisen möchten.

Das Arboretum im Wippertal

Der Weg führt uns weiter südlich entgegen dem Uhrzeigersinn um den Birkberg herum. Lange Zeit bilden Fichtenwälder die Umgebung. Rechts von uns sucht sich in einem Seitental der Wipper ein weiterer Bach den Weg vom Berg hinab, die Horle. Nur wenige Hundert Meter vor der Talsohle säumen alte Kastanien den Weg. An ihnen wird die starke Feuchtigkeit dieser Gegend deutlich. Bis hinauf in die Verzweigungen ist die Rinde mit dichtem Moos bewachsen. Der etwas trübe Novembertag, der dichte Fichtenwald und diese moosbewachsenen kahlen Bäumen lassen eine düstere, aber nicht bedrückende Athmosphäre entstehen. Viele schöne Fotomotive, allerdings gibt das Licht zu wenig her. Im Tal angekommen, begrüßt uns das Eingangsschild des Arboretums am Wegrand. Ein kurzer Abstecher zeigt ein liebevoll angelegtes Gelände mit Schautafeln, einem Rastbereich und vielen beschilderten Bäumen. Leider ist der November kaum geeignet, sich an der Diversität des Baumbestandes zu erfreuen. Ein Grund mehr, hier noch einmal anzutanzen!

Am rechten Wegrand, hinter der Horle, liegt das Elsternest, ein Rastplatz im Wippertal. Unser Weg führt zurück zur Staumauer, immer am Hang des Tals entlang. Einige Wege sind um diese Jahreszeit nahezu unpassierbar. Einsinken im Schlamm ist garantiert. Dem gut ausgerüsteten Wanderer macht dies jedoch nichts aus, denn der Weg ist das Ziel!

Fazit

Die Talsperre selbst ist schon einen Tagesausflug wert. Die Kombination mit einem Abstecher zum einzigartigen Silberborn und dem Arboretum runden die Wanderung perfekt ab. Sie garantieren mit Ruhe, Bewegung und Waldpädagogik eine abwechslungsreiche Kost für den Erhohlungsuchenden. Die Runde ist ca. 14 Kilometer lang und fordert nur leicht im Anstieg aus dem Wippertal hinauf zum Silberborn. Bei nasser Witterung sollte die passende Ausrüstung vorhanden sein, um sich nicht den Spaß an der Sache zu verderben. Steckt euch unbedingt eine Vesper für den Silberborn mit ein. So idyllisch zu rasten, sollte man mit allen Sinnen auskosten! Um das Arboretum in voller Pracht entdecken zu können, raten wir zu einem Besuch während der Vegetationsperiode vom Frühjahr bis in den bunten Herbst hinein. Zum Schluss noch einmal der Hinweis auf die recht rumpelige Anfahrt.

 

Das Video zur Tour

 

 

Die Komoot-Karte der Tour

 

 

Tags: Kostenlos Parken Mit Video Bis 15 Kilometer Ostharz Talsperre Wippra